Dagmar Meinz
IAB-DM

Institut für Alternative Betriebsführung
Dagmar Meinz + Partner GbR

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"Folge der Arbeit und lass dich nicht von ihr verfolgen." (Aus Japan)

Die richtigen Mitarbeiter bringen den Gewinn!

Gliederung

  1. Kennen Sie solche Gedanken oder Aussagen?
  2. Wie leicht ist es, gute Arbeitnehmer oder eine gute Arbeit zu (er-)halten?
  3. Heuern und feuern ist teuer - sehr teuer!
  4. Wollen Sie gleich einmal Ihre Fluktuationskosten kalkulieren?
  5. Nicht weniger teuer - auf Berufsrückkehrer verzichten
  6. Wäre es also nicht besser zu überlegen: was kann ich tun, um die besten Mitarbeiter zu (er)halten?

Kennen Sie solche Gedanken oder Aussagen?

Oh diese Unternehmen! Oh dieses Personal!
Kaum eines stellt noch ein! Wo finden sich noch die richtigen Leute für meine Firma?
Es gibt viel zu wenig Arbeitsplätze! Es gibt viel zu wenig geeignete Mitarbeiter!
Ich muss nehmen was kommt. Ich muss nehmen was kommt.
Und dann diese Anforderungen: Alles soll man können. Und dann diese Forderungen: Wer ist schon genau so, wie ich ihn brauchte?
Und das für das so wenig Geld! Und dann diese Gehaltswünsche und Nebenkosten.
Dafür jede Menge Überstunden! Von 52 Wochen im Jahr arbeiten sie nur 40,5 Wochen.
Am liebsten entlassen sie mich morgen wieder. Am liebsten wollen sie lebenslange Arbeitsplatzgarantie.
Sobald ich 'nen bessere Job finde, bin ich weg. Mit der/dem nur keinen Arbeitsvertrag, der mich lange bindet.
Hoffentlich kriege ich bald Rente. Ich brauche junge dynamische Leute, keine Rentner.
Die wollen doch nur "heuern und feuern" Die wollen nur mein Geld und das bis zur Rente - ohne mich!
Haben Sie auch den Eindruck, dass derartige Gedanken und Aussagen in unserem Land sehr verbreitet sind? Spiegeln sie auch die Wirklichkeit richtig wieder? Vergleichen Sie selbst:

Wie leicht ist es, gute Arbeitnehmer oder eine gute Arbeit zu (er-)halten?

Top Job
Joachim Schuble: TOP JOB 2003. Die besten Arbeitgeber im deutschen Mittelstand

  • Wussten Sie, dass 38 % aller Arbeitsverhältnisse durch Arbeitnehmer gekündigt werden und nur 32 % durch Arbeitgeber? - Wer "feuert" also öfter - "Arbeitnehmer" oder "Arbeitgeber"?
  • Wussten Sie, dass im Juli 2010 in Deutschland trotz 108.000 unbesetzter Ausbildungsstellen noch über 152.000 Bewerber vergeblich einen Ausbildungsplatz suchen? Gut ausgebildete Fachkräfte fehlen in Deutschland in vielen Bereichen. Bundeswirtschaftsminister Brüderle will sie mal wieder aus dem Ausland anheuern. Seine Politikerkollegen streiten darüber (siehe z. B. Tagesschau vom 02.08.2010). Ausländische Experten stellen fest: Deutsche Bürokratie schreckt Fachkräfte ab. Aber geändert wird hierzulande ...
  • Wussten Sie, dass das international bekannte Gallup-Institut seit Jahren die gleiche Mitarbeiter(un)zufriedenheit feststellt, die den Unternehmen richtig viel Geld kostet? Dafür ein Beispiel gefällig?
  • Wussten Sie, dass sich ca. alle 3 Jahre das menschliche Wissen verdoppelt, aber nur 22 % aller Beschäftigten in Deutschland 2007 an einer betrieblichen Fort- oder Weiterbildung teilgenommen haben (siehe: Betriebliche Berufsausbildung und Weiterbildung in Deutschland. IAB-Expertise)? In Deutschland würde es also ca. 5 Jahre dauern, bis sich jeder Mitarbeiter einmal weitergebildet hat! - Welchem Unternehmen, welchem Mitarbeiter bringt es Vorteile, wenn 78 % der Kolleginnen/Kollegen wenig dafür tun, auf dem laufenden zu bleiben?
  • Wussten Sie, dass in Deutschland 2008 nur 54 % der über 55-Jährigen arbeiten, in den USA aber 62 %, in Schweden gar 70 %? - Wenn ca. 75 % der Unternehmenserfolge auf dem Wissen und den Erfahrungen der Mitarbeiter beruhen - was passiert dann im internationalen Wettbewerb mit deutschen Unternehmen?

Heuern und feuern ist teuer - sehr teuer!

heuern und feuern

"Heuern und feuern" - daran scheiden sich die Geister seit mehr als einem Jahrhundert. Die Gegner verteufeln diese Art der Mitarbeiterbehandlung als unsozial, unmenschlich, auch wenn sie durch einen "Goldenen Handschlag", eine Abfindung "versüßt" wird. Sie verweisen zudem darauf, dass ein Viertel des wirtschaftlichen Erfolgs von Unternehmen von der gelebten Wertekultur abhängt.

Die Befürworter verweisen auf die positiven Effekte: In den USA z. B. haben nur 18 Prozent der Erwerbstätigen Angst vor Arbeitslosigkeit. In Deutschland steht für 86 % die "Angst vor Arbeitslosigkeit" an erster Stelle. Der Wiedereinstieg in Arbeit nach drei Monaten beträgt in den USA 74 Prozent, in Deutschland 17 Prozent. Das liberalere Arbeitsrecht in Amerika - sowie auch der Schweiz - sorgt dafür, daß man nicht nur leichter entlassen, sondern auch leichter eingestellt werden kann (hire and fire and - rehire!).

www.arbeitsratgeber.de - Infos und Tipps zur Arbeit in Deutschland

Unabhängig davon, ob es für die Unternehmen und die Arbeitnehmer juristisch leicht ist, Mitarbeiter und Arbeit zu heuern oder zu feuern, lohnt es sich für "beide Seiten" zu prüfen, was heuern und feuern so kostet und welchen Gewinn es jeweils bringt. Was denken Sie, kostet Ihr Unternehmen der Wechsel nur eines Mitarbeiters? - 1.000, 2.000, 4.000 Euro?

Beispiel: Die US-Schnellimbisskette Dominos.

Ausgangslage: In vielen der Pizza-Läden beträgt die Fluktuation 150 bis 300 Prozent im Jahr; der Monatsumsatz solcher Läden beläuft sich auf 8.500 Dollar.

Kosten: Wenn ein Ladenmanager ersetzt werden muss, kostet das 20.000 Dollar. Wenn eine Küchenkraft geht, fallen 2.500 Dollar an. - Jeder Mitarbeiter, der bleibt, spart dem Unternehmen diese Kosten.

Schlüssel: Stabilität und Qualität in der Führung durch die Person des Managers - denn es ist eine alte Weisheit: Mitarbeiter verlassen schlechte Chefs.

Ergebnis: Mehr Mitarbeiter bleiben die ersten drei Monate im Job. Und wer diese Hürde genommen hat, bleibt auch ein oder zwei Jahre. Die Fluktuation wird gesenkt, weniger Fehler und bessere Bedienung der Kunden sind die Folge. Der Umsatz in den Filialen mit stabiler Führung stieg innerhalb von vier Jahren von 8.500 Dollar auf 20.000 Dollar. Die Fluktuation sank auf unter 100 Prozent (für Schnellimbissketten, die nur den Mindestlohn von 5,15 Dollar/h bezahlen, ein guter Wert).

Fazit: Fluktuation zeigt die harten Konsequenzen der weichen Faktoren. Eine 20-prozentige Lohnerhöhung bringt nichts, wenn ein schlechter Vorgesetzter die guten Mitarbeiter vertreibt. Erst wenn die weichen Faktoren in Ordnung gebracht sind, sinkt die Fluktuation.

Wollen Sie gleich einmal Ihre Fluktuationskosten kalkulieren?

Beispiele und Kalkulationen für Fluktuationskosten finden Sie im Internet zahlreich. Besonders seit Anfang 2009 hat das IWK mehrfach auf die hohen Kosten verwiesen, die den Unternehmen durch Kündigungen entstehen.

"Die Regelungen des Kündigungsschutzes kosten 7,5 Milliarden Euro pro Jahr ...

Die Arbeitsgerichte haben seit Beginn der Wirtschaftskrise gut zu tun: Allein in Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der eingereichten Klagen seit Mitte November des vergangenen Jahres um 30 bis 50 Prozent - die meisten stammen von Arbeitnehmern, die gegen ihre Kündigung vorgehen ... Diese Klagewelle ist mit erheblichen finanziellen Belastungen für die Betriebe verbunden ... Dabei entstehen den Betrieben Kosten in den Rechts- und Personalabteilungen sowie Ausgaben für Anwälte und Gerichte ... Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen rund um die Arbeitsgerichtsverfahren im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses auf jährlich 975 Millionen Euro." (Aus iwd Nr. 7 vom 12. Februar 2009)

Mobbing
Henry Walter: Mobbing: Kleinkrieg am Arbeitsplatz.

Hinzu kämen Kosten für das Personalmanagement. Für Schulungen von Mitarbeitern in den Personalabteilungen, für externe Rechtsberatungen sowie für den Aufwand, der mit der höheren Personalfluktuation infolge von befristeten Arbeitsverhältnissen einhergeht, gäben die Unternehmen etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr aus.

Sie werden in Ihrem Unternehmen alles vermeiden wollen, was die Kosten für eine Entlassung erhöhen kann. Diese drohen vor allem, wenn Kündigungen nicht den formalrechtlichen Anforderungen entsprechend erfolgen. Für Sie als "Erste Hilfe" eignet sich folgende kleine Checkliste.

Nicht zuletzt bieten rechtsichere Gestaltungen rund um Abfindungen eine Möglichkeit, für Unternehmen und Mitarbeiter einen Intressenausgleich bei geringen Kosten zu erzielen.

Nicht weniger teuer - auf Berufsrückkehrer verzichten

familienfreundlich
Quelle: IW Köln - Deutscher Institutsverlag

Ein großes Potential von Fachkräften schlummert unter den Berufsrückkehrern aus der "Babypause". Immer mehr Unternehmen nutzen dieses Potential. Das IHK-Bildungszentrum Halle-Dessau veröffentlichte z.B. Ende 2006 Ergebnisse des Projektaudits berufundfamilie®: Unternehmen erkennen zunehmend ihren Vorteil, wenn sie die Arbeitsbedingungen familienfreundlich gestalten: Ihre Beschäftigten sind zufriedener, weniger krank und kehren aus der Elternzeit gern in ihren Betrieb zurück. Fachkräfte bewerben sich bevorzugt bei ihnen.

In einem Teil der Unternehmen gibt es jedoch noch Vorbehalte, dass die Mehrkosten für die Beschäftigung berufstätiger Mütter zu hoch seien. Im Heft 4/2007 verweist "impulse" auf das Analyseergebnis einer Expertenkommision der Bundesregierung: Wer eine qualifizierte Mitarbeiterin wegen Schwangerschaft dauerhaft verliert, zahlt für Neuakquise, Einarbeitung und andere Folgekosten letztlich zwischen 19.000 und 27.000 Euro mehr - etwa das gleiche Ergebis, wie Sie es mit dem Fluktuationsrechner ermitteln können.

Wäre es also nicht besser zu überlegen: was kann ich tun, um die besten Mitarbeiter zu (er)halten?

Sicher - ein Unternehmen muss "atmen" können - wie Personalpolitik heute gern bildhaft beschrieben wird. Statt "heuern und feuern" sind unternehmensspezifische intelligente Beschäftigungsformen, flexiblere Arbeitszeitmodelle, moderne Vergütungssysteme und zusätzliche Vorsorgekapitale unerlässlich.

Damit die Fluktuation senken - das sind starke Hebel, um mehr Gewinn im Unternehmen zu erzielen. Weil in den nächsten Jahren in vielen Berufen der Nachwuchs knapp wird, gewinnt die Aufgabe Mitarbeiterbindung an Gewicht. Hinzu kommt, dass der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung deutlich abnehmen wird, wenn die heutigen Renten- und Vorruhestandsregeln beibehalten werden, wie die folgende Grafik aus impulse, Heft 9/2004 zeigt:

jüngere und ältere Arbeitnehmer

Was können Unternehmen also tun, um die richtigen, die in ihr Unternehmen passenden Mitarbeiter, zu gewinnen bzw. zu halten? Was meinen Sie? - Nutzen Sie doch einfach unser spezielles Angebot für dieses Thema:

  • für Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte zur Orientierung: offenes oder unternehmensinternes Seminar "Wie (er-)halte ich die richtigen Mitarbeiter?"
  • für Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte mit Peronalverantwortung: Intensivworkshop mit Fallstudie "Wie (er-)halte ich die richtigen Mitarbeiter?"
  • für Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte mit Peronalverantwortung während des Entscheidungs- und Umsetzungprozesses: Coaching "Wie (er-)halte ich die richtigen Mitarbeiter?"
Für Ihre Anmeldung oder Ihre Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Dagmar Meinz.

"Wir haben zu viel ähnliche Firmen, die ähnliche Mitarbeiter beschäftigen mit einer ähnlichen Ausbildung, die ähnliche Arbeiten durchführen. Sie haben ähnliche Ideen und produzieren ähnliche Dinge zu ähnlichen Preisen in ähnlicher Qualität. Wenn du dazugehörst, wirst du es künftig schwer haben."
Karl Pilsl

Und wie geht es weiter? - Wählen Sie am besten, was Sie als nächstes interessiert:

- Mitarbeiterpool;
- Mitarbeiterauswahl;
- Mitarbeiterführung;
- Mitarbeiterentwicklung.

Und wenn Sie einen anderen Wunsch haben, nehmen Sie gleich mit uns Kontakt auf: rufen Sie uns einfach an 0162 1039498 oder senden Ihre E-Mail an D.Meinz@iab-dm.de.

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Letzte Aktualisierung: 18.03.2009
http://www.iab-dm.de/ma/heuern.htm