3 Stunden um 3 deiner Mitarbeiter zu entlassen…

Haben Sie auch einen ähnlichen Auftrag erhalten: Mitarbeiter entlassen? Oder gehörten Sie gar zu den Entlassungskandidaten? Wie haben Sie darauf reagiert? So, wie in dieser Geschichte…?

Mitarbeiter entlassen – eine wahre Geschichte

Täglich werde ich damit konfrontiert, dass irgendwo im Land Mitarbeiter entlassen werden sollen. Nicht ein, zwei oder drei – meist sogar viel mehr. Gleichzeitig jammern viele Unternehmer und Personalverantwortliche, weil sie nicht genügend Fachkräfte finden.

Wer von einer derartigen Entlassungsaufforderung oder -ankündigung getroffen wird, ist meist zunächst geschockt. Nur wenige schaffen es, innerhalb von drei Stunden so zu reagieren, wie in der folgenden Geschichte, die ich heute in einem Newsletter von Stefan Merath las und hier in einem längeren Auszug zitiere:

„Ein Unternehmen für die Ewigkeit – Die Geschichte von Werner Rensch

Du hast 3 Stunden um 3 deiner Mitarbeiter zu entlassen!‚ Werner Rensch war wie gelähmt, als er diese Worte hörte. Er war sauer, wütend und ohnmächtig zugleich. Er hatte ja keine Ahnung, dass er nur wenige Stunden später eine der besten Entscheidungen seines Lebens treffen würde. Und dass er mehr als 20 Jahre später voller Stolz auf diesen Moment zurückschauen konnte – und zwar als erfolgreicher Unternehmer. Ein Unternehmer, der dabei ist, sich seinen großen Traum zu erfüllen: ein Unternehmen für die Ewigkeit zu erschaffen.

11:00 Uhr – Die Hiobsbotschaft

Dieser Traum lag 25 Jahre davor aber noch in weiter Ferne. Werner arbeitete damals noch als Abteilungsleiter bei einem großen Anlagenbauer. Die Abteilung, die er dort aufgebaut und geführt hatte, war zwölf Mitarbeiter stark. Werner war richtig stolz auf sein Team und seine Leistung.

Doch dann, es war genau um 11 Uhr vormittags, kam der Chef eines Tages in Werners Büro und teilte ihm mit, dass es dem Unternehmen derzeit ziemlich schlecht gehe. Eine Unternehmensberatung hatte bereits eine Lösung präsentiert: man müsste Mitarbeiter kündigen, um die Kosten zu reduzieren. Werner hätte jetzt drei Stunden Zeit, um drei Mitarbeiter aus seinem Team zu benennen, welche dann die Firma verlassen mussten.

Was für ein Schock. Werner brodelte innerlich und war entsetzt von dieser Entscheidung, die so sehr gegen seine Prinzipien ging. Er nahm sich erst mal Zeit und ging in die Mittagspause, um seine Gedanken zu ordnen. Ihm war klar, dass er die Dinge anders sah als die Unternehmensleitung. Und zwar in vielen Bereichen. Es war ihm so zum Beispiel mehr als nur wichtig, eine Automatisierungsabteilung innerhalb des Unternehmens aufzubauen, die nicht auf externe Leistungen angewiesen war.

Je länger Werner über alles das nachdachte, desto klarer wurde er und ihm wurde bewusst, was er als nächstes tun würde. Als Erstes ging er zu seinen drei besten Mitarbeitern und erklärte ihnen die Situation. Gemeinsam trafen sie dann eine Entscheidung, die ihr Leben verändern sollte.

14:00 Uhr – Die Entscheidung

Als die drei Stunden vorüber waren ging Werner in das Büro seines Chefs. Und ja, er präsentierte Namen – aber ganz andere, als die mit denen die Unternehmensleitung gerechnet hatte. Werner sprach Klartext: nicht die drei Schlechtesten aus dem Team würden das Unternehmen verlassen, sondern die drei Besten. Und er selbst noch mit dazu. Völlig überrascht schaute ihn sein Chef an: ‚Aber Sie sind doch von dieser Entscheidung überhaupt nicht betroffen‘. Daraufhin antwortete ihm Werner gelassen: ‚Der Grund für meine Entscheidung ist, dass ich diese Abteilung eigentlich mit einem ganz bestimmten Ziel aufgebaut habe – und dieses wird gerade zerstört. Darum lassen Sie mir keine andere Wahl als zu gehen und Ihnen diese Leistung als externes Unternehmen anzubieten.‘ Sein Chef war sprachlos – und Werner endlich frei.

Der Start ins Unternehmertum

So startete Werner im Jahre 1993 sein erstes Unternehmen: die LAE Engineering GmbH, ein reines Dienstleistungs-Ingenieur-Büro. Und das alles in einer 2-Zimmerwohnung im Haus seiner Eltern. Zunächst erstellte er mit seinen ehemaligen Mitarbeitern Anwender-Software für Industriesteuerungen. Es lief wie am Schnürchen und schon bald wollten seine Kunden immer mehr Dienstleistungen. So wuchs seine Firma in den Folgejahren fast wie von selbst. Aufgrund der enormen Nachfrage nahm auch die Anzahl seiner Mitarbeiter stark zu und immer mehr Wohnhäuser in der Nachbarschaft wurden in Büros umgewandelt – die sogar mit eigenen Wegen untereinander verbunden waren. Am Schluss verteilten sich ganze 60 Mitarbeiter auf 5 Wohnhäuser. Werner war ein richtig erfolgreicher Unternehmer geworden.

Mitarbeiter entlassen und auf das Abstellgleis abschieben – oder (kollektiver) Neustart. Könnte das auch eine Option für Sie sein? Neustart als Unternehmer oder zumindest in die Selbstständigkeit?

Sie wären da keine Ausnahme – ein paar Beispiele gefällig?

Referenz Frank Hobohm – Existenzgründung in Sülzetal: Hausmeisterservice mit ausgewiesenen Handwerksleistungen

Referenz Hans-Peter Grunert – Existenzgründung in Schönebeck (Elbe): Vom angestellten Außendienstverkäufer zum selbstständigen Werkzeugmaschinen-Experte

Und so neu wäre ein solcher Neustart auch nicht:
Abfindung – Geld oder „Handräder“

Warum könnten Sie sich dafür begeistern? – Oder was hindert Sie, einen solchen Weg einzuschlagen?

Lassen Sie es mich oder die anderen Leser dieses Blogs wissen (gern auch anonymisiert). Schreiben Sie Ihren Kommentar einfach unten hinein.

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Dagmar Meinz
Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.