Frauen bevorzugen Solo-Gründung

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hat in seinem Kurzbericht 23/2012 die Entwicklung der Solo-Selbstständigen in Deutschland dargestellt.

Mehr Solo-Selbstständige als Selbstständige mit Mitarbeitern

Nach OECD-Quellen ist die Zahl der Selbstständigen in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2010 um rund eine halbe Million gewachsen. Das entspricht einer Steigerung der Selbstständigen­quote von 11,0 auf 11,7 Prozent. Damit liegt sie aber immer noch weit unter dem Durchschnitt in der Europäischen Union. Allerdings sank in der EU im  gleichen Zeitraum die Quote von durchschnittlich 18,3 auf 16,5 Prozent (OECD 2010)

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen stieg die Zahl der Solo-Selbstständigen gegenüber den Selbstständigen mit Mitarbeitern überproportional.

Wachsende Zahl Solo-Selbstständiger

Mehr Solo-Selbstständige

Quelle: iab-kurzbericht 23/2012


Frauen bevorzugen Solo-Selbstständigkeit

Als einer der Hintergründe wird angeführt:

„Die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen – häufig verbunden mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität, um Beruf und Familie bes­ser vereinbaren zu können – wird vom technolo­gischen Fortschritt ebenfalls begünstigt. Aus der Gründungsforschung gibt es übereinstimmende Be­funde, dass Frauen kleinere Unternehmen gründen, die sich oft auch weniger dynamisch entwickeln als die von Männern … Dies stützt wiederum den … erkennbaren Trend, dass Frauen besonders häufig alleine selbstständig tätig sind.“ (S. 2)

„In der Vergangenheit haben sich vor allem Frauen gegen zusätzliche Beschäftigte entschieden. Das mag sicher auch mit geschlechtsspezifischen Ar­beitszeitpräferenzen im Hinblick auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun haben.“ (S. 7)

Signifikant sei auch, dass Solo-Selbststän­dige häufig höherwertige Schulabschlüsse wie mittlere Reife oder (Fach­)Hochschulreife aufweisen. Hier scheint die Tendenz zu den freien Berufen als Chance für Solo-Selbstständigkeit gegenüber mehr Team-Arbeit in handwerklichen Berufen zutage zu treten.

Als Risiken für die Solo-­Selbstständigkeit scheinen atypische Be­schäftigung, Scheinselbstständigkeit, unzureichende soziale Absicherung, fehlende Altersvorsorge, Alters­armut oder sogar Prekariat erkennbar.

Die Einkommen liegen im Bereich für vergleichbare abhängige Beschäftigung. Das Nettoeinkommen beträgt durchschnittlich 2.525 Euro bei Selbständigen mit Mitarbeitern und 1.897 Euro bei Solo-Selbständigen.

Quelle: iab-kurzbericht 23/2012

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Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.