Gründungszuschuss ab Dezember 2011 – zehn Tipps

Wer eine Existenzgründung plant und trotz der Kürzungen beim Gründungszuschuss Fördermittel nutzen will, sollte vor allem folgende Tipps beachten:

1. Nur noch zeitlich begrenzt möglich – gründen Sie vor dem Inkrafttreten der Kürzung

Entscheidend für den Antrag des Gründungszuschusses ist das Gründungsdatum, das heißt die Anmeldung beim Gewerbe- bzw. Finanzamt. Wenn möglich und vertretbar, melden Sie also Ihre gewerbliche oder freiberufliche Tärigkeit in den nächsten Tagen an und beantragen Sie die Förderung noch in ihrer bisherigen Form.

2. Vermeiden Sie formale Fehler und überzeugen Sie Ihre Arbeitsberater von Ihrer persönlichen Eignung

Die Berater bei den Arbeitsagenturen müssen die ihnen vorgegebenen Sparziele erreichen. Dafür brauchen Sie Ablehnungsgründe für Ihren Antrag auf Gründungszuschuss. Vermeiden Sie formale Fehler, indem Sie sich gründlich vorbereiten und lieber eine externe Gründerberatung nutzen. Stellen Sie Ihre persönliche Eignung überzeugend dar. Lassen Sie keine Fragen zu Ihrer Gründungsentscheidung und -motivation offen.

3. Überzeugen Sie mit Ihrem soliden Businessplan

Mit einem detaillierten und soliden Businessplan weisen Sie nach, dass Sie spätestens nach der Förderzeit von Einkünften aus gewerblicher oder selbständiger Tätigkeit leben können. Vermeiden Sie jedoch eine zu optimistische Vorschau, weil Ihr Berater bei der die Arbeitsagentur sonst meint, dass Sie gar keine Förderung brauchen.

4. Bleiben Sie standhaft und geben Sie nicht gleich auf, wenn Ihr Antrag abgelehnt wird

Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Ihr Antrag auf Gründungszuschuss zunächst abgelehnt wird. Nutzen Sie vielmehr Ihre Rechtsmittel wie Widerspruch und ggf. Sozialgerichtsverfahren, um doch noch eine  Förderung zu erhalten.

5. Beachten Sie: Jede Förderung ist letztlich abhängig von der Kassenlage

Auch bisher erfolgten Förderungen immer nur dann, wenn die aktuelle Kassenlage das zuließ. Trotz vorhandener Budgets konnten Anträge abgelehnt werden, wenn beispielsweise aus anderen Gründen eine Haushaltssperre verhängt wurde oder allein aus „Angst“ Geld gespart werden sollte. Traditionell wurden dafür zum Jahresende Fördermittel teilweise verschleudert. Wenn also das Budget für eine Periode ausgeschöpft ist, müssen mehr oder sogar alle Anträge abgelehnt werden, bis wieder neue Mittel freigegeben werden. Mit einem Antrag zum richtigen Zeitpunkt verbessern Sie Ihre Förderchancen.

6. Nutzen Sie die Kompetenz einer anerkannten fachkundigen Stelle

Die Arbeitsagentur verlangt zu Ihrem Gründungsvorhaben die Prüfung des Businessplans durch eine fachkundige Stelle. Ungeachtet der Festlegungen hierüber im Gesetz verändert die Arbeitsagentur immer wieder die Kriterien, welche Stelle als fachkundig anzuerkennen ist. Erfahrene Existenzgründungsberater vor Ort kennen sich mit allen Formalitäten aus und helfen Ihnen bei der Wahl.

7. Planen Sie Ihren Finanzbedarf nicht zu knapp, nutzen Sie gegebenendalls Mikrokredite oder Bankdarlehen

Liquidität geht vor Rentabilität. Um gerade in den ersten Monaten erfolgreich durchstarten zu können, brauchen Sie Geldreserven. Oft reichen dafür schon Mikrokredite in Höhe von nur einigen tausend Euro. Darüber hinaus stehen noch immer zahlreiche weitere Fördermittel über Hausbanken bis hin zur Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Schließlich gibt es auch noch Finanzierungsalternativen, beispielsweise eine TEAM-Gründung, wie sie vom Beraternetzwerk inhalt.com entwickelt wurde. In TEAM-Treffs können Sie sich über die Vorteile informieren und erhalten Unterstützung bei der Gründung.

8. Beginnen Sie mit der Gründungsvorbereitung frühzeitig

Eine Existenzgründung braucht ihre Zeit. Vieles, was für Sie bisher ungewohnt war, ist zu berücksichtigen. Wenn Sie künftig den Gründungszuschuss überhaupt nur erhalten können, solange noch mindestens ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I für fünf Monate besteht, dann sollten Sie so fühzeitig mit Ihrer Gründungsvorbereitung beginnen, dass Sie nicht unter Zeitdruck geraten.

9. Erwirtschaften Sie ab dem ersten Tag Einnahmen

Die Höhe des Gründungszuschusses ergibt sich aus der Höhe Ihres Arbeitslosengeldes zuzüglich 300 Euro Pauschale. In dieser Höher wird er nur noch sechs Monate bezahlt. Danach sollten die Einnahmen zur Deckung des Lebensunterhalts und der Betriebsausgaben ausreichen. Deshalb werden Sie in der Regel schon vor der Gründung Aufträge und Kunden gewinnen müssen, um im ersten Monat Einnahmen zu erzielen. Wenn Sie nicht sofort mit Barzahlung, Vorkasse oder ähnlichen schnellen Geldeingängen rechnen können, sorgen Sie von Anfang an dafür, dass Sie leicht Ihre Zahlungseingänge überwachen und einholen können.

10. Nutzen Sie geförderte Beratungen, um schneller und erfolgreicher zu starten

Nachweislich sind Gründer, die sich von Experten beraten lassen, erfolgreicher und erreichen die Gewinnzone schneller. Der Staat fördert Beratungen vor und nach der Gründung. Je nach Förderprogramm erhalten Sie eine Förderung von 50 bis 90 Prozent der Kosten. Außer dem Gründungszuschuss können Sie auch ein gefördertes Gründercoaching nach der Gründung beantragen und nutzen.

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Dagmar Meinz
Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.
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