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Investitionsabzugsbetrag – Geld sparen mit neuen Regeln

Für Gründer und klein- oder mittelständische Unternehmen kann ein Investitionsabzugsbetrag zusätzliche Vorteile bieten. Neue steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich ab 2021 an.

Investitionsabzugsbetrag – Finanzierungsquelle mit Steuervorteil

Mehr Geld mit InvestitionsabzugsbetragMit der Unternehmensteuerreform 2008 erhielten kleine und mittlere Betriebe die Möglichkeit, einen „Investitionsabzugsbetrag“ (IAB) gemäß Paragraph 7g Einkommensteuergesetz zu bilden.

Aufgrund neuer Urteile und gesetzlicher Änderungen wurde im BMF das Schreiben vom 08.05.2009 zur Klärung von Zweifelsfragen überarbeitet und durch das BMF-Schreiben vom 20.11.2013 ersetzt.

Für die Anschaffung oder Herstellung neuer oder gebrauchter abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens können weiterhin bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, maximal bis zu 200.000 Euro außerbilanziell den steuerlichen Gewinn mindern.

Software zählt zu den immateriellen Wirtschaftsgütern, sodass dafür ein Investitionsabzugsbetrag nicht genutzt werden kann. Lediglich sogenannte Trivialsoftware wird zu den abnutzbaren beweglichen und selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgütern (Rz. 3) gezählt .

Welchen Vorteil können Existenzgründer, die über entsprechendes Eigenkapital verfügen und vielleicht durch eine Einmalzahlung wie eine Abfindung steuerlich besonders stark belastet sind, mit dem Investitionsabzugsbetrag nutzen?

Existenzgründer können mit der Bildung eines Investitionsabzugsbetrages im Jahr der Abfindungszahlung ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Damit lassen sich bis zu rund 85.000 Euro Steuern sparen und somit Rücklagen für die geplanten Investitionen bilden.

Investitionsabzugsbetrag vor der Gründung

Gerade auch zur Gründungsphase gibt es im BMF-Schreiben neue Richtlinien.

Wird ein IAB vor Abschluss der Gründung gebildet, so sind dafür einige besondere Anforderungen einzuhalten:

  • Anhand „geeigneter Unterlagen wie beispielsweise Kostenvoranschlägen, Informationsmaterial, konkreten Verhandlungen oder verbindlichen Bestellungen“ ist die Investitionsabsicht darzulegen.
  • Auch bereits selbst und endgültig vorgenommene Aufwendungen des Gründers für die Betriebseröffnung gelten als Beleg für die Investitionsabsicht.
  • Ebenso bilden sinnvolle, zeitlich zusammenhängende Schritte zur Betriebseröffnung gewichtige Indizien für die Investitionsabsicht.

Allein das Einholen unverbindlicher Angebote und Kostenvoranschläge oder die Teilnahme an Informationsveranstaltungen reichen nicht als Nachweis der Investitionsabsicht.

Der Bildung des IAB muss innerhalb von drei Wirtschaftsjahren die Investition folgen. Für Gründer gelten jedoch das Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrages, gegebenen falls darauf folgende Jahre sowie das Jahr, in dem die Betriebseröffnung abgeschlossen wird, jeweils als ein Wirtschaftsjahr (Rz. 30).

Um die Bildung des Investitionsabzugsbetrages letztendlich anzuerkennen, soll von der Finanzverwaltung auch geprüft werden, ob die Gründer ihre Investitionsabsicht im Kalenderjahr nach der Inanspruchnahme weiter konkretisieren.

Investitionsabzugsbetrag für bestehende Unternehmen

Für bestehende Unternehmen reicht es für die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen in der Steuererklärung aus, das einzelne Wirtschaftsgut, das voraussichtlich angeschafft oder hergestellt werden soll, seiner Funktion nach zu benennen (Randnummer 34) und die Höhe der
voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten dem Finanzamt mit der Steuererklärung bekannt zu geben. Ein Investitionsplanes oder eine feste Bestellung müssen nicht belegt werden.

Die notwendigen Angaben können auch noch im Einspruchs- oder Klageverfahren durch weitere Nachweise vervollständigt werden (BFH-Urteil vom 8. Juni 2011)

Es ist unter Umständen sogar möglich, dass die Investition bei Abgabe der Steuererklärung bereits durchgeführt wurde (BFH-Urteil vom 17. Januar 2012)

„Verbesserung der Steuervergünstigungen bei Investitionen kleinerer und mittlerer Unternehmen“

Investitionen kleinerer und mittlerer Unternehmen werden steuerlich stärker gefördert. Hierzu wird die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen und Sonderabschreibungen verbessert. Die Änderungen dienen der Liquiditätssteigerung und der zielgenaueren Ausrichtung der Investitionsförderung auch unter Berücksichtigung der besonderen Situation der Corona-Krise. Die Investitionsabzugsbeträge werden dazu auf 50 Prozent erhöht.

Zusätzlich gibt es Erleichterungen in Bezug auf die Anspruchsvoraussetzungen für Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen: Die Nutzungsvoraussetzungen, das heißt die Größenmerkmale zur Abgrenzung begünstigter Betriebe, werden vereinheitlicht und eine höhere einheitliche Gewinngrenze (in Höhe von 150 000 Euro) wird eingeführt. Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen können künftig auch für vermietete begünstigte Wirtschaftsgüter uneingeschränkt in Anspruch genommen werden.

Die Neuregelungen bei den Anspruchsvoraussetzungen für die Inanspruchnahme der Sonderabschreibungen sind bereits für das Veranlagungsjahr 2020 anwendbar. Damit werden bereits Liquiditätsimpulse in 2020 ausgelöst und konjunkturfördernde Investitionen in den Folgejahren angelegt.“

Aus der BMF-Information zum „Jahressteuergesetz 2020“ vom 02.09.2020

Ausführlich zum Investitionsabzugsbetrag: BMF-Schreiben vom 20.03.2017 zum Download


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