Investitionsabzugsbetrag – Geld sparen mit neuen Regeln

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QR-CodeFür Gründer und klein- oder mittelständische Unternehmen kann ein Investitionsabzugsbetrag zusätzliche Vorteile bieten. Neue steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich auf der Grundlage eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 15. Januar 2016 neue Anregungen.

Investitionsabzugsbetrag – Finanzierungsquelle mit Steuervorteil

Mit der Unternehmensteuerreform 2008 erhielten kleine und mittlere Betriebe die Möglichkeit, einen „Investitionsabzugsbetrag“ gemäß Paragraph 7g Einkommensteuergesetz zu bilden.

Aufgrund neuer Urteile und gesetzlicher Änderungen wurde im BMF das bisherige Schreiben vom 08.05.2009 zur Klärung von Zweifelsfragen überarbeitet und zuletzt durch das neue BMF-Schreiben vom 15.01.2016 ersetzt.

Für die Anschaffung oder Herstellung neuer oder gebrauchter abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens können weiterhin bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, maximal bis zu 200.000 Euro außerbilanziell den steuerlichen Gewinn mindern.

Software zählt zu den immateriellen Wirtschaftsgütern, sodass dafür ein Investitionsabzugsbetrag nicht genutzt werden kann (Rz 6). Lediglich sogenannte Trivialsoftware wird zu den abnutzbaren beweglichen und selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgütern gezählt.

Welchen Vorteil können Existenzgründer, die über entsprechendes Eigenkapital verfügen und vielleicht durch eine Einmalzahlung wie eine Abfindung steuerlich besonders stark belastet sind, mit dem Investitionsabzugsbetrag nutzen?

Existenzgründer können mit der Bildung eines Investitionsabzugsbetrages im Jahr der Abfindungszahlung ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Damit lassen sich bis zu rund 85.000 Euro Steuern sparen und somit Rücklagen für die geplanten Investitionen bilden.

Investitionsabzugsbetrag vor der Gründung

Gerade auch zur Gründungsphase gibt es im BMF-Schreiben neue Richtlinien.

Wird ein Investitionsabzugsbetrag vor Abschluss der Gründung gebildet, so sind dafür einige besondere Anforderungen (Rz 3) einzuhalten:

  • Die „Betriebseröffnungsphase“ beginnt, wenn Steuerpflichtige erstmals Tätigkeiten ausüben, die objektiv auf die selbständige betrieblichen Tätigkeit gerichtet sind.
  • Anhand geeigneter Unterlagen wie beispielsweise Kostenvoranschlägen, Informationsmaterial, konkreten Verhandlungen oder Bestellungen ist die Investitionsabsicht darzulegen.
  • Auch bereits selbst und endgültig vorgenommene Aufwendungen des Gründers für die Betriebseröffnung gelten als Beleg für die Investitionsabsicht.
  • Ebenso bilden sinnvolle, zeitlich zusammenhängende Schritte zur Betriebseröffnung gewichtige Indizien für die Investitionsabsicht.

Allein das Einholen unverbindlicher Angebote und Kostenvoranschläge oder die Teilnahme an Informationsveranstaltungen reichen nicht als Nachweis der Investitionsabsicht.

Auch für Photovoltaikanlagen, die gewerblich betrieben werden, und für Blockheizkraftwerke als Betriebsvorrichtig ist die Bildung eines Investitionsabzugsbetrages möglich (Rz 45).

Der Bildung des Investitionsabzugsbetrages muss innerhalb von drei Wirtschaftsjahren die Investition folgen.

Investitionsabzugsbetrag geltend machen

Investitionsabzugsbeträge sind in der E-Bilanz oder in der Anlage EÜR anzumelden. Sie können ohne weitere Angaben auch in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dabei sind die voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten für die Berechnung zugrunde zu legen. Sie müssen jedoch nicht dem Finanzamt mit der Steuererklärung bekanntgegeben werden. Ein Investitionsplan oder eine feste Bestellung müssen nicht belegt werden.

Die notwendigen Angaben können auch noch im Einspruchs- oder Klageverfahren durch weitere Nachweise vervollständigt werden (BFH-Urteil vom 8. Juni 2011)

Es ist unter Umständen sogar möglich, dass die Investition bei Abgabe der Steuererklärung bereits durchgeführt wurde (BFH-Urteil vom 17. Januar 2012)

Die Bildung eines Investitionsabzugsbetrages empfiehlt sich jedoch nur, wenn ersthaft die Investition geplant ist. Denn werden die Wirtschaftsgüter nicht innerhalb der dreijährigen Investitionsfrist angeschafft oder hergestellt, so sind die Investitionsabzugsbeträge rückgängig zu machen. Das führt zu einer Nachversteuerung im Jahr der Bildung und gegebenenfalls gar zu Nachzahlungszinsen.

Alle Kriterien sind detailliert im neuen BMF-Schreiben aufgeführt, das auf den Internetseiten des BMF zum Download zur Verfügung steht.

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Dagmar Meinz
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