Neuer Gründungszuschuss in der Kritik

Am 14.02.2012 haben sich Wissenschaftler der Bundesarbeitsagentur mit einem Kurzbericht zu Wort gemeldet, um über die bisherigen Ergebnisse der Gründungszuschuss-Förderung zu berichten. Auch DIW-Forschungsdirektor Alexander Kritikos kritisiert die restriktive Reform des Gründungszuschusses.

IAB belegt Erfolg des Gründungszuschusses

Aus der Sicht der Autoren vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit sind die Kürzungen beim Gründungszuschuss ein schwerer arbeitsmarktpolitischer Fehler. Als Beleg dafür werden genannt:

  1. „Eine Befragung von Gründern aus dem ersten Quartal 2009 zeigt, dass 19 Monate später noch 75 bis
    84 Prozent der Geförderten selbstständig sind.“ Weitere rund 10 Prozent sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
  2. „Ein Großteil dieser Gründer erzielt mittlerweile ein existenzsicherndes Einkommen.“ Die Einkommen sind etwa den Nettoeinkommen von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten gleich.
  3. „Etwa ein Drittel der Gründer wird auch als Arbeitgeber aktiv: Im Durchschnitt schafft jeder dieser
    Geförderten zusätzlich 1,6 bis 2,8 vollzeitäquivalente Stellen.“

Die Wissenschaftler belegen, dass die „Leyenhaften Gesetzgebung„, die zur Änderung des Gründungszuschusses bemüht wurden, schlicht falsch sind: Ein Hauptgrund für die Gesetzesänderung waren die sogenannten „Mitnahmeeffekte“ der Förderung. Wie mit der Studie belegt wird, fallen sie weitaus geringer aus als bisher angenommen. Als ein weiter Grund musste das angebliche Armutsrisiko der geförderten Existenzgründer herhalten. Doch auch das ist nicht größer als das der restlichen Bevölkerung.

DIW fordert essentielle Förderung der Gründer

Auch aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die Bundesarbeitsministerin scharf dafür kritisiert, dass sie die expansive Gründungsförderung mit positiven Effekten für werdende Selbständige verkannt gehabt habe.

Im Handelsblatt vom 15.02.2012 äußerte der Forschungsdirektor der Abteilung „Entrepreneurship“ am DIW und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Potsdam, Alexander Kritikos, dass „die jüngste restriktive Reform des Gründungszuschusses kaum nachvollziehbar“ ist.

„’Vielmehr müsste es das kurzfristige Ziel der Politik sein, Gründer aus Arbeitslosigkeit in bewährter Form mit dem Gründungszuschuss zu fördern. Dies wäre ein essentieller Beitrag für ein lebendiges Gründungsgeschehen in der weiteren Zukunft.’“

Gründungswillige und Gründer sollten sich also durch diese „Reform“ nicht entmutigen lassen, sondern mit kompetenter Hilfe und Tatkraft ihr selbstbestimmtes Anliegen verwirklichen. Wir vom IAB-DM helfen gern dabei.

Quellen:

IAB-Kurzbericht, 14.02.2012 Gründungszuschuss für Arbeitslose: Bislang solider Nachfolger der früheren Programme

Handelsblatt, 15.02.2012 Von der Leyens „kaum nachvollziehbarer“ Reformfehler

Dagmar Meinz
 

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