Noch 2012 Steuern sparen für Gründung und Umweltschutz

Noch 2012 Steuern sparen für Gründung und Umweltschutz – das ist jetzt noch einfacher möglich. Wer kann solch einen Vorteil nutzen? – Gute Botschaft für angehende Existenzgründer und umweltbewusste Investoren.

Bundesfinanzhof erleichtert Existenzgründung

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 20. Juni 2012 X R 42/11 die Nachweispflichten für Existenzgründer, die einen Investitionsabzugsbetrag geltend machen wollen, erleichtert. Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) können die steuerliche Begünstigung gem. § 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) für eine Investitionsförderung noch leichter nutzen.

Wenn Betriebsinhaber bereits vor der Investition einen Teil der künftigen Abschreibungen steuerlich geltend machen, so führt das zu einer steuerlichen Entlastung. Mit dem Investitionsabzugsbetrag soll die Investition beispielsweise in Computer, Büroausstattung, PKW und andere Wirtschaftsgüter erleichtert werden.

Nach dem Urteil ist es nun nicht mehr nötig, das für die Nutzung des Investitionsabzugsbetrages eine verbindliche Bestellung vorliegt. Es ist auch möglich, die Investitionsabsicht durch andere Indizien zu belegen – beispielsweise durch Kaufverhandlungen.

 

Existenzgründer sparen Einkommensteuer und gewinnen Geld für Investitionen

Von diesem Urteil zum Investitionsabzugsbetrag profitieren vor allem künftige Unternehmer und Selbstständige, die demnächst einen Betrieb oder eine Praxis eröffnen. Sie dürfen bis zu 40 Prozent der Investitionskosten – höchstens aber 200.000 Euro – als vorweggenommene Betriebsausgaben geltend machen. Damit senken sie ihr zu versteuerndes Einkommen und sparen Einkommensteuer.

Beispiel für ein Ehepaar:

Das Ehepaar hat 2012 ein zu versteuerndes Einkommen von 200.000 Euro – ein Partner will sich demnächst selbstständig machen. Dafür sind Investitionen von 150.000 Euro geplant, für die der Investitionsabzugsbetrag in voller Höhe genutzt wird.

Einkommensteuer ohne Nutzung des Investitionsabzugsbetrages:

zu versteuerndes Einkommen vor der Investition: 200.000 Euro

Einkommensteuer inkl. Solidaritätszuschlag: 71.733 Euro (Splittingtarif)

 

Einkommensteuer mit Nutzung des Investitionsabzugsbetrages:

zu versteuerndes Einkommen vor der Investition: 200.000 Euro

Investitionsabzugsbetrag 40 % von 150.000: 60.000 Euro

zu versteuerndes Einkommen vor der Investition: 140.000 Euro

Einkommensteuer inkl. Solidaritätszuschlag: 44.791 Euro (Splittingtarif)

Die Steuerersparnis beträgt 26.586 Euro

 

Steuern sparen bei Abfindung und für den Umweltschutz

Wer diesen Steuervorteil des Investitionsabzugsbetrages nutzen will, weil er Kündigung und Abfindung erhalten hat, kann teilweise noch mehr Steuern sparen. Denn durch den Investitionsabzugsbetrag wird das normale zu versteuernde Einkommen gesenkt. Damit sinkt auch die Steuerprogression auf die Abfindung.

Gern nutzen diese Chance auch Betreiber von Photovoltaikanlagen. Denn wenn sie den Strom aus einer solchen Anlage ins Netz einspeisen, werden sie zu Gewerbetreibenden. Sie können die Investitionsförderung beanspruchen, wenn sie die Anlage bis zum 31. Dezember zwar noch nicht verbindlich bestellt haben, jedoch die spätere Investition anhand von geeigneten Indizien belegen können.

Achtung: Diese steuerliche Gestaltung ist nur vorteilhaft, wenn in den nächsten 3 Jahren tatsächlich die geplanten Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge angeschafft werden.

Quelle: Bundesfinanzhof, Pressemitteilung vom 22.08.2012

 

The following two tabs change content below.
Dagmar Meinz
Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.