Unternehmen – Organigramm – Führungspyramide

Führungspyramide – „die da oben“ und „die da unten“

Die Führungspyramide

Kennen Sie Unternehmen oder Vereine, die etwa so strukturiert sind?

 

Die Führungspyramide - wer oben steht, hat das Sagen!

 

Was erkennen Sie an diesem Organigramm? Streng hierarchisch gegliedertes Unternehmen, zentralistisch geführt – nahezu ideal für die Durchsetzung eines Willens, eines Zieles.

Kann es sein, dass Sie dieses Unternehmensorganigramm an eine andere Pyramide erinnert?

Die Lehenspyramide – „die da oben“ und „die da unten“

Lehenspyramide - "Ihr da oben - wir da unten"

 

Sicher erinnern Sie sich: Das war das typische Struktur- und „Produktionsschema“ im feudalen Mittelalter:

Hierarchie ist ursprünglich, nach Auffassung des Dionysios Areopagita (5. Jh.), Ausdruck einer heiligen Stufenordnung im Allgemeinen und der kirchlichen Stufenordnung im Besonderen. Und so wurde es auch als ganz natürlich empfunden und in der Gesellschaft durchgesetzt, dass die auf dem Lehenssystem basierende Feudalordnung genauso strukturiert war und funktionierte.

Von Oben wurde zentral „geführt“ – der jeweils niedere Stand. Das heißt, es wurde „diktiert“, nicht diskutiert. Ein Dialog fand nicht statt. Der niedere Stand musste dafür dem höheren Stand Abgaben liefern, zum Beispiel den „Zehnten“, den der unterste Stand, von seinen Lebensmitteln abzweigen musste. Denn er produzierte in erster Linie für den eigenen Lebensunterhalt, nur ausnahmsweise auch für den Austausch. Einen höheren Ertrag gab die Produktivität nicht her.

Der ständige Druck von oben erzeugte stumpfe Frohn unten. Begeisterung, neue Ideen, Freude an immer neuen Produkten und Leistungen – wo sollten sie herkommen? Also blieb der Fortschritt begrenzt.

Zu wenig engagierte Mitarbeiter im Unternehmen

Den Vergleich einer heutigen betrieblichen Struktur mit der Lehenspyramide, die Formulierung „stumpfe Frohn“ halten Sie für (stark) übertrieben? Oder wie der Schweizer Journalist Walter Ludin verglich: „Gott sagen wir Du, zum Chef Sie.“ – Einverstanden. Und wie interpretieren Sie dann diese Ergebnisse der jährlichen Gallup-Studie?

Geringe Mitarbeiterbindung - seit Jahren unverändert

Seit Jahren fast konstant: Nur 13 % aller Beschäftigten in Deutschland sind bei der Arbeit voll engagiert. 68 % der Deutschen machen nur ‚Dienst nach Vorschrift‘. 19 % sind „absolut unengagiert“.

Vor allem zwei „Frustfaktoren“ werden immer wieder direkt oder indirekt benannt: Vorgesetzte und Sinn der Arbeit. Denn einerseits lassen sich sowohl zwischen einzelnen Arbeitsgruppen als auch im Zeitverlauf Veränderungen feststellen, die zum Beispiel mit dem Wechsel von Vorgesetzten korrelieren. Andererseits erwarten viele Mitarbeiter, dass der Arbeitgeber ihnen hilft, an ihren Aufgaben zu wachsen und ihr wahres Potenzial zu entwickeln.

Wie sich diese Einstellungen auf die Markt- und Kostensituation der Betriebe auswirken können, zeigen drei weitere Ergebnisse aus der Studie 2010:

  1. Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung fehlen ca. 21 Prozent weniger pro Jahr als ihre frustrierten Kollegen.
  2. 79 Prozent der emotional stark Gebundenen empfehlen ihre Firma als Arbeitgeber Freunden oder Familienangehörigen weiter, während das bei den nicht Gebundenen nur 4 Prozent tun.
  3. 77 Prozent der hochloyalen Kollegen werben per Mundpropaganda für die Produkte und Dienstleistungen des eigenen Unternehmens, hingegen macht das nur 16 Prozent der Frustrierten.

Deutsche Unternehmen sind zu sehr hierarchisch organisiert

Im Zusammenhang mit der Gallup-Umfrage 2004 stellte Gerald Wood, der damalige Deutschland-Chef des US-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gallup, fest, dass deutsche Unternehmen zu sehr hierarchisch organisiert sind und Firmenspitze und Mitarbeiter völlig unzureichend kommunizieren. Der Dialog zwischen Unternehmensführung und Mitarbeitern ist hier schlechter als in den USA.

Folge: unnötig hohe Fluktuation und Krankenstände, wenig Kreativität, keine Mundpropaganda für eigene Produkte. „Das unzureichende Engagement kostet die deutschen Unternehmen nach Gallup-Schätzungen mindestens 236 Milliarden Euro – pro Jahr“. (Gallup Engagement Index Deutschland 2010)

„Die Pyramide schafft Klarheit darüber, wer oben und wer unten ist, zur Zeit der Leibeigenschaft und auch heute noch.“

(Jürgen Fuchs)

Und die Alternativen zu dieser Unternehmensstruktur? … „Maschine“ oder „Organismus“

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Dagmar Meinz
Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.

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