Unternehmensnachfolge – zu spät Nachfolger gesucht

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat den Generationswechsel in deutschen Betrieben untersucht und einen Report zur Unternehmensnachfolge vorgelegt. Qualifikationsmängel, Finanzierungsprobleme und die erneute Steuerdebatte erschweren demnach die Unternehmensnachfolge.

Der Report vom November 2012 beruht auf Erfahrungsberichten aus mehr als 20.000 Kontakten, die Unternehmensnachfolge-Berater in den 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) hatten, sowie einer statistische Auswertung des IHK-Service zur Unternehmensnachfolge.

Zu spät Nachfolger gesucht

Zu viele Unternehmerinnen und Unternehmer kümmern sich zu spät um die Nachfolge. Nur 20 % von ihnen beginnen mehr als 2 Jahre vor der geplanten Übergabe, die IHKs aufzusuchen, weil sie Unterstützung bei der Suche nach Nachfolgern wünschen.

Zu spät Unternehmensnachfolger gesucht - DIHK-Report 2012

„Neben der demografischen Entwicklung erschweren Qualifikationsmängel und die Unterschätzung des komplexen Nachfolgeprozesses das Zusammenfinden von Senior-Unternehmern und Existenzgründern. 39 Prozent der Senior-Unternehmer finden nach IHK-Erfahrungen keinen passenden Nachfolger … Unter den potenziellen Existenzgründern ist es mittlerweile sogar jeder zweite, der kein passendes Unternehmen findet – nach 32 Prozent vor vier Jahren.“

Ein weiteres Problem, das auch im Arbeitskreis Unternehmensnachfolge auf dem 1. Magdeburger Unternehmertag am 08. November 2012 intensiv diskutiert wurde: Sehr viele Unternehmen spielen mit dem Feuer, weil sie keinen „Notfallkoffer“ gepackt haben.

„Gerade 30 Prozent der Unternehmer hatten 2011 die für die reibungslose Geschäftsfortführung wichtigsten Unterlagen griffbereit für eine Vertrauensperson zusammengestellt. 70 Prozent verfügen über keinen Notfallkoffer – eine große Gefahr für die Fortführung des Betriebes im Ernstfall. Und: Gerade 24 Prozent derjenigen Unternehmer, die über Notfallkoffer verfügen, halten diesen auch aktuell.“

Unternehmensnachfolge rechtzeitig vorbereiten

Im DIHK-Report wird den Senior-Unternehmern empfohlen, etwa drei bis zehn Jahre vor der aus Altersgründen geplanten Unternehmensübergabe „die Braut zu schmücken“ und spätestens mit drei Jahren Vorlauf geeignete Nachfolger zu suchen.

„Schon Existenzgründern raten IHKs, an die Nachfolge zu denken. Es muss klar sein, wer im Notfall das Unternehmen weiterführen soll und auch, wie im Fall der Fälle mit der Erbschaft aus dem Unternehmen umzugehen ist. Und: Viele Kreditinstitute honorieren eine solide Nachfolgeplanung beim Rating.“

Nach unseren Erfahrungen sollte ein Nachfolgecoaching ca. 5 Jahre vor der geplanten Übergabe beginnen.

Quelle: DIHK-Report

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Dagmar Meinz
Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.