Wie Unternehmer und Führungskräfte Mitarbeiter motivieren

Mitarbeiter motivieren in KMU? Wollen Sie auch, dass Mitarbeiter sich in Ihrem Unternehmen wohlfühlen und ihnen damit Gewinn bringen?

Mitarbeiter motivieren und Kunden binden – streng getrennt

Mitarbeiter motivieren - Gallup Engagement-Index

Laut Gallup-Studie hatten 2012 nur 15 % der Beschäftigten in Deutschland eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. 61 % machten Dienst nach Vorschrift und 24 % hatten bereits innerlich gekündigt. Durch diese geringe Mitarbeiterbindung gehen den Unternehmen geschätzt  jährlich bis ca. 138 Mrd. Euro verloren.

Denn unbestritten beeinflussen Erscheinung und Verhalten der Mitarbeiter das Kaufverhalten der Kunden des Unternehmens. Kaufen Kunden gern Produkte und Leistungen des Unternehmens, so steht es in der Regel finanziell gut da.

Obwohl diese „Weisheit“ die Spatzen von den Dächern pfeifen, werden in vielen Unternehmen noch immer Bindungsprogramme für Mitarbeiter und Kunden  unabhängig voneinander geführt, ja sogar administrativ getrennt. Für die Mitarbeiter liegt die Verantwortung im Personalbereich, für Kunden und Absatz im Marketingbereich.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellte sich jedoch die Frage: Gelingt es ihnen auf diese Art besser, geeignete Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden?

Denn gerade kleinen Unternehmen fällt es besonders schwer, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat für 2011 ermittelt:

„So haben kleine und mittlere Betriebe im Jahr 2011 rund 12 bzw. 13 Prozent
ihrer Belegschaft im Laufe eines Halbjahres ausgetauscht, große Betriebe dagegen 9 Prozent“.

Wenn ein Viertel der Belegschaft innerhalb eines Jahres wechselt, kann nur schwerlich eine Bindung an das Unternehmen entstehen. Und jede Fluktuation kostet Geld, meist viel mehr, als sich die Verantwortlichen eingestehen wollen (siehe Fluktuationsrechner)

Unternehmer, die ihre Mitarbeiter motivieren wollen, brauchen dazu weder das eigene Licht und die eigenen Potentiale unter den Scheffel zu stellen, noch Großunternehmen in der Gehaltszahlung übertreffen.

Denn unterschiedlichste Befragungen von Fach- und Führungskräften in den letzten Jahren zeigen immer deutlicher: Eine gute Bezahlung ist für Arbeitnehmer nicht allein entscheidend.

Aus der Edenred Mitarbeiter-Motivationsstudie 2012 geht bespielsweise hervor:

  • 82 Prozent der Beschäftigten geben an, dass angenehme Kollegen ihre Arbeitsmotivation stark steigern;
  • 75 Prozent wünschen sich mehr Respekt und Anerkennung durch Vorgesetzte;
  • 73 Prozent bevorzugen eine abwechslungsreiche Tätigkeit;
  • 72 Prozent fühlen sich motiviert, wenn Arbeit und Privatleben ausgewogen sind.

Ein ähnliches Ergebnis findet sich in einer StepStone-Studie, für die 18.500 Fach- und Führungskräfte befragt wurden:

„An erster Stelle rangierte ein kollegiales Arbeitsumfeld, in dem es Spaß macht zu arbeiten – für 80 Prozent besonders wichtig. Zwei Drittel motiviert es besonders, wenn der Job sie erfüllt. Ein starker Antrieb ist auch ein guter Vorgesetzter, der seine Mitarbeiter fördert und fair behandelt. Nur für 56 Prozent steht ein angemessenes Gehalt im Vordergrund.“

Fazit: Wenn es also den Klein- und mittelständischen Unternehmen gelänge, mit den Faktoren, die in den Studien herausgearbeitet werden, Mitarbeiter zu motivieren, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden, wäre das wohl zum Vorteil der Unternehmen, als auch der Mitarbeiter und Kunden.

 

Quellen:

manager-seminare, 10.03.2013

IAB-Kurzbericht 10/2013, Kleine und mittlere Betriebe im Wettbewerb um Fachkräfte, S. 2

Pressemitteilung: Edenred Mitarbeiter-Motivationsstudie 2012.

Geld allein ist ein zu schwacher Motor, Spiegel Online, 22.02.2012

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