Zombieunternehmen – was ist das?

Immer öfter begegnet uns der Begriff Zombieunternehmen. Jetzt warnte sogar Christian Sewing, Vorstand der Deutschen Bank, vor solchen Unternehmen.

Zombieunternehmen – was ist das

Woher kennen Sie Zombies? Aus Horrorfilmen? Wir verwenden den Begriff für Untote, die aggressiv umherstreichen und durch ihre Bisse andere Menschen ebenfalls zu Zombies machen.

Als Zombieunternehmen gelten solche, die nur überleben können, weil sie sich staatlich subventioniert oder dank extrem niedriger Zinsen über Wasser halten. Ohne diese Hilfestellung könnten sie weder ihre Schuldenlast tragen, noch wären sie rentabel.

Zu den schärfsten Warnern vor einer „Zombifizierung“ der Wirtschaft gehört Markus Krall. Der Geschäftsführer der Degussa Goldhandel GmbH erklärte erst unlängst: „Zombies kippen diesen Herbst“.

Nunmehr hat auch der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, die Aufmarksamkeit darauf gelenkt, wie aktuell Politiker und Medien lebensverlängernde Hilfen für Zombieunternehmen als ultimative Rettung verkaufen. Wohlgemerkt, er hat sich nicht gegen staatliche Hilfen ausgesprochen. Doch wenn diese nicht zur Wiederbelebung dienen, sondern nur zur Insolvenzverschleppung, dann hält er das für schädlich.

Zum Auftakt der „Handelsblatt“-Bankentagung in Frankfurt erklärte er:

„Wenn jedes sechste Unternehmen in Deutschland durch Rettungsgelder und faktisch ausgesetzte Insolvenzmeldungen ein Zombie wird, dann hat das gravierende Auswirkungen auf die Produktivität unserer Volkswirtschaft.“

Ferdinand Knauss deutete in einem Beitrag auf tichyseinblick weitergehend an:

„Was da durchklingt, dürfte auch ein noch etwas vernebeltes Eingeständnis sein, dass die Banken selbst in großer Gefahr sind, zum Zombie zu werden. Oder es vielleicht sogar schon sind. Der Kreditgeber eines Unternehmens, das seine Kreditzinsen nicht mehr aus eigener Ertragskraft bedienen kann, ist schließlich – je nach Umfang dieser Kredite – möglicherweise genauso abhängig vom Zombie-Nährstoff (also staatliche Subventionen oder billiges Zentralbankgeld) wie das bei ihm verschuldete Unternehmen.“

Kritik an Zombiefizierung in der Wirtschaft ist nicht neu

Wie gesagt, ähnliche Warnungen sind nicht neu. Beispielsweise äußerten Gunther Schnabl von der Universität Leipzig und Thomas Mayer, ehem. Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Leiter der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch sowie des Flossbach von Storch Research Institute am 17.04.2019 ihre Meinung zu Mario Draghis Wirtschaftspolitik in der WELT:

„Der Preis dieser Politik wäre eine fortschreitende Zombifizierung der Banken und Unternehmen im ganzen Euro-Raum. Die Kreditströme würden zunehmend vom Euro-Tower aus gesteuert. Das kann nicht im Sinne der Bürger sein.“ (welt.de, 17.04.2019)

Und in der WELT vom 25.11.2019 wird der frühere EZB-Chefökonom Otmar Issing zitiert:

„Den Würzburger Ökonomieprofessor treibt vor allem die Sorge vor einer zunehmenden ‚Zombifizierung‘ der Wirtschaftswelt um. ‚Durch den niedrigen Zins werden schwache Banken wie Untote künstlich am Leben gehalten, diese wiederum verlängern mit ihren Krediten das Leben schwacher Unternehmen‘, so Issing. ‚Je länger dieser Zustand andauert, desto schwieriger wird es, ihn ohne große Verwerfungen wieder zu beenden.'“ (welt.de, 25.11.2019)

Experten rechnen damit, dass jedes sechste deutsche Unternehmen zum Zombieunternehmen wird.

Für jede Unternehmerin und jeden Unternehmer stellt sich deshalb aktuell die Frage: Welche Chancen habe ich, dieser Entwicklung zu entgehen, wenn die Krise von der Regierungspolitik nach dem Prinzip Hoffnung verlängert wird? Wie kann ich mein Unternehmen festigen und die Krise als Chance nutzen?

Oder wäre besser: Mach Pleite und starte durch.

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Als Beraterin und Trainerin helfe ich Selbstständigen und Unternehmern, sich leichter und schneller in den oft ungeliebten betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurecht zu finden und sich mit Ihrem Unternehmen wirkungsvoller zu präsentieren, um letztendlich dank mehr Umsatz und Gewinn Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.